Abu Simbel, der Ramses-Tempel

Abu Simbel-Tempel

Abu Simbel-Tempel

Seit dem Ende der 18. Dynastie entstanden in Nubien eine Reihe von Felsentempeln, meist lange, von Pfeilern gestützte Galerien mit dem Allerheiligsten tief im Felsen, die Tempelvorderglieder aber freistehend davor gesetzt, wie beispielsweise in Bet el-Wali, oder noch betonter in Wadi es-Sebua für Amun-Re, wo fast der gesamte Tempel mit Hypostylhalle draußen, und nur das Sanktuar selbst im Felsen liegt, während im Tem­pel von Ed-Derr aufgemauerte und in den Pels getriebene Räume sich etwa die Waage halten. Alle genannten Tempel stammen von Ramses II., in denen er dynastisch-kultisch sich selbst, als den Göttern gleichgestellt, huldigt, es waren vielleicht heilige Rastplätze für die Amun-Barke, wenn sie nach Abu-Simbel reiste. Abu Simbel schließlich wurde vollständig in den anstehenden Pels getrieben, ein Novum und gleidizeitig der Höhepunkt ramessidischer Bauten in Nubien (Farbt. 30; Abb. 211-216).

Dennoch ist audi dieser Tempel >vollständig< im Sinne des überlieferten Schemas: vor dem Tempel ein Vorplatz, den man durch zwei Pylone von Norden oder Süden her betreten konnte, seitwärts also, damit der Blick zum Nil frei blieb. Beiderseits begrenzte eine fundierte Ziegelmauer die Hofseiten. Erhöht lag eine Plattform mit Ballustrade und abwechselnd zwanzig Osiris- oder Falkenfiguren symmetrisch rechts und links der Mitteltreppe verteilt. Dahinter erhebt sich die geböschte Tempelfassade in der stilisierten Form eines Pylons, dessen Tor deshalb, wie üblich, von vier Kolossalfiguren bewacht wird. Als offener Säulenhof des freistehenden Tempels fungierte die anschliefiende 17 m tiefe Halle, die seitwärts, und den Mittelgang flankierend, je vier Osiris-Pfeiler einfassen, ganz ähnlich dem Hof vom Tempel des Ramses III. in Karnak. Dann folgt ein vierpfeileriges Hypostyl, von dem nach hinten das Sanktuar mit dem Sockel für die Götterbarke abgeht, zwischen den Kapellen für die Nilgötter. An die Stelle der Nebenkammern treten, an beiden Tempelseiten aus statischen Gründen ungleich verteilt, acht Seitenkammern, deren Boden niedriger liegt als der der Mittelsäle, in denen der Fußboden leicht ansteigt bei gleichzeitiger Senkung der Deckenhöhen in Richtung zum Sanktuar.

Die Lage der Tempel war so gewählt, daß bei Nilhochstand die Götterbarken unmittelbar am Eingang des kleinen Tempels, dem am niedrigsten plazierten aller nubischen Heiligtumer, anlegen konnten und die Sonne zweimal im Jahre, am 20. Februar und am 20. Oktober, bis in den hintersten Teil des Tempels dringen und auf den Altar zu Füßen der Götterbilder des großen Tempels fallen konnte (Abb. 213).

Am 21. Mai 1965 wurde der zwölf Tonnen schwere Block GA iAoi, der erste aus dem zersägten Felsen von Abu Simbel gehoben, mehr als 120000 andere folgten ihm in den nächsten Jahren – bis dann 1968 endlich die letzten Steine von 320000 Kubikmetern Schuttmaterial über die geretteten, und an einem erhöhten Platz wiederaufgebauten Tempel gesamttet wurden und damit eines der gigantischsten Projekte unserer Zeit glücklich beendet war, die Umsetzung der beiden Ramses-Tempel, 180 m landeinwärts und 64 m oberhalb ihres ursprunglichen Standortes. Zweifellos war die alte Lage so direkt am Wasser malerischer, aber dies ausgenommen, wurden bis in kleinste Details und millimetergenau die gesamten Bauwerke so gekonnt umgesetzt, daß man heute kaum noch Trennfügen, überhaupt keine statisch notwendigen Beton- oder Stahlstützen oder sonstige tedmische Notwendigkeiten finden wird.

Sicherlich in der Zeit seines 26. bis 34. Regierungsjahres ließ der König zuerst den kleinen Tempel für seine Frau Nofretari (Abb. 212) und später erst seinen großen (Abb. 211) errichten. Außer der Frommigkeit und Selbstverherrlichung hatten beide Tempelbauten in Nubien, so weit entfernt von der Residenz in Tanis, auch wirtschaftlichen und machtpolitischen Realitäten zu dienen. Aus oder über Nubien kamen die widltigsten Rohstoffe für Ägypten, hier begann der Weg nach Innerafrika, außerdem sollte die Götterbarke so weit im Süden das Einsetzen der segensreichen Nilschwelle, und mil ihr den Fortbestand seiner Königsmacht, garantieren helfen. Der große Tempel (Abb. 211) ist den beiden Hauptländesgottern Amun-Re von Theben und Re-Harachte von Heliopolis geweiht und schließt einen Nebenkult für Ptah und den vergöttlichten König mit ein, ein Bezug auf die ägyptische Trinität Re — Ptah — Amun, die Synthese Körper — Herz — Kopf. Ramses ordnete sich dem klug ein: anfangs in der Gestalt des örtlichen Gottes Horus von Meha, dann als Horus-Re-Harachte, so ließ er sich vor der Fassade seines Tempels darstellen – was erklärt, daß seine Gemahlin Nofretari dort natürlich nur als die Gottesgefährten Hathor abgebildet werden konnte und durfte

(Abb. 216).

Unterhalb der weltberühmten Fassade beherrscht die langgezogene, erhöhte Terrasse den Hof, eingefaßt von Brüstungen, vor denen die zehn genannten Königs- und Falkenfiguren, eine Weiheinschrift für den Tempel, und im Norden ganz außen Stelen zur kanonischen Regel der üblichen Tempelaufteilung stehen: für Amun die südlichen, für Horus die nordlichen Bauwerke. Hier liegt die dachlose Seitenkapelle des Re-Harachte; ihr Sonnenaltar mit kleinen Obelisken und Pavianfiguren wurde ins Museum nach Kairo gebracht. In der Südkapelle dagegen, die in den Fels getrieben ist und Gott Amun »dem Verborgenen« geweiht war — mit dem sich der König stets identifizierte — verehrt Ram­ses sich selbst in seiner Gotterbarke und opfert Amun und Re’-Harachte. Im 34. Jahre der Regierung von Ramses kam der Hethiter-König Chattuschili nach Ägypten, um seine Tochter Naa-hor-Neferure mit dem Ägypterkönig zu vermahlen – die »Hoch-zeitsstele« am Fuße der Kolossalfigur ganz links berichtet in alien Einzelheiten davon. Unumstritten beherrschen die vier Kolossalfiguren des Konigs die Tempelfassade, meinen exakt sein ins Göttliche transponiertes Abbild, Keka-tawy, Re-en-hekau (zerbrochen), Meri-Amun, Meri-Atum (Abb. 211), die gleichen, die der König schon am kleinen Tempel hatte anbringen lassen. Deshalb ist Ramses als Gott-König gekleidet und sitzt auf dem archaischen Thron mit der Darstellung der Vereinigung der beiden Länder an den Thronseiten, deshalb huldigen ihm Prinzen, Priester und Gefangene auf den Sockeln und bestätigen die allgegenwärtige Macht des Herrscher-Gottes.

Die Skulpturen, obgleich derart monumental, sind künstlerisch von einer bestechenden Einheitchdikeit und harmonischen Schönheit, scheinen hoheitsvoll zu lächeln und tragen nirgends etwa dvistere Züge oder Ansätze einer zu oft schon Ramses II. zugeschriebenen Dekadenz oder prahlerischen Barocks. Man wundert sich, wie es der Bildhauer bei diesen Riesenmaßen (20 m hoch, Stirn 59 cm, Nase 98 cm, Ohr 106 cm, Mund no cm, Gesicht 417 cm breit) fertigbrachte, die Proportionen zu treffen und zu prüfen, da er am alten Standort des Tempels, hart am Nil, nicht viel Platz zum Zurücktreten hatte. – Wohlgemerkt, die Figuren sind frei aus dem Felsen herausgemeißelt und nicht aufgebaut. Und trotzdem ist Ramses nicht nur idealisiert, sondern auch physiognomisch richtig dargestellt, wenn man zum Vergleich seinen Mumienschadel im Profil betrachtet. Lippen, Wangen und Augenpartien sind auffallend weich gearbeitet und wandeln so monumentale Schwere ins harmonisch Erhabene. Inschriften auf den Beinen der Königsfiguren stammen von phonizischen, jonischen, karischen Soldnern, ptolemäischen Beamten, Römern, Griechen, Arabern, Franzosen, Engländern und dem Italiener Belzoni, der den Tempel aus dem Sande gegraben hat. Ein anderer, der sich so >verewigte<, war Potasimto, Chef im Stabe der Armee von König Amasis. Eine in Assuan beim Bau des Hochdammes gefundene Stele berichtet von ihm und einem Feldzug in den Sudan. In Südfrankreich bei Limoges fand man Grabstatuetten von ihm, die vermutlich römische Legionare, nachdem sie sein Grab erbrochen hatten, als Souvenir nach Gallien mitgenommen hatten. An den Seiten der Figuren und selbst zwischen den Beinen hat der König alle seine Kinder von beiden Frauen, Mutnofret und Nofretari, darstellen lassen, soweit sie damals schon geboren waren. Zwar nimmt die Fassade den Platz des Pylons freistehender Tempel ein und erinnert an die beiden Pylontürme zu beiden Seiten des hohen Eingangs, ahmt sie aber keineswegs nach, sondern verwendet seine geboschte Form zur dekorativen Umrandung der normalerweise vor ihm stehenden Kolossal-figuren, wie etwa im Ptah-Tempel von Memphis, im Ramesseum oder den Memnons-Kolossen des Amenophis III. Die dem Bergprofil folgende Boschung stabilisiert den Druck der Steinmassen und sollte Felsrutschen oder Masseversdüebungen vorbeugen. Beim kleinen Tempel hatte man vorsichtshalber gleich sieben Stützen stehen lassen.

Hoch über dem Eingang schreitet ein falkenköpfiger Sonnengott aus der Fassade, beiderseits von ihm bringt der König im Hochrelief das User-Szepter und ein Bild der Göttin Maat dar: User-Maat-Re, der Königsname von Ramses II., das heißt, der gottgewordene König huldigt als Priester seinem eigenen Bild. Ganz oben auf dem Kranz des Pylons begrüßfit ein Fries aus 22 Pavianen mit schulterhoch erhobenen Händen die aufgehende Sonne im Osten, die Hauptrichtung der gesamten Fassade und der Tempelachse. Sie zieht mitten durch das schmale, aber höhe Portal, dessen Holztür sich einflüglig nach Norden drehte und dabei die Königstitulatur an der Tormauer verdedue. Auf dem Türsturz gibt es Szenen zur Grundsteinlegung vor versdüedenen Göttern. Was heute eintönig-sandfarben bereits beeindruckt, war früher farbig in klaren satten Grundtönen bemalt, und diese Fassade wird ihre Wirkung auf die Besucher nicht verfehlt haben.

In der ersten Pfeilerhalle (17,68 x 16,46 m) gliedern in zwei Reihen je vier 9,14 m hohe quadratische Osiris-Pfeiler mit Ardütraven den Raum in drei Schiffe (Abb. 213). Die Figuren (gemeint ist der König, mit gekreuzten Armen, Krummstab und Geißel) tragen, wie die Fassadenkolosse, den Königsnamen und den ihrer Ersdieinungsform eingemeißelt auf ihren Schultern. Die restlichen drei Pfeilerseiten sind mit Szenen zum Königsopfer, zwei sogar mit Königinnen geschmückt. Gleich an den beiden Portalseiten findet man noch einmal die Zweiteilung des Heiligtums klar verdeutlicht, einmal schlagt der König vor Gott Harachte auf der (rechten) Nordseite, einmal auf der Südseite vor Gott Amun (Abb. 214) seine Feinde nieder, und darunter strebt jeweils eine Reihe Königssöhne, beziehungsweise Königstöchter, dem Tempeleingang zu. So stellt sich also jeweils ein Tempelsektor unter die Obhut dieser Gottheiten, die in gleicher Weise südlich dem mannlichen Prinzip (hier den Prinzen), nördlich dem weiblichen Prinzip (hier den Prinzessinnen) ihren Schutz angedeihen lassen. Aus diesem Gründe steht auch der Tempel der Königin, der Göttin, des weiblichen Prinzips an sich, im Norden. An der rechten Hallenwand, dort wo die Osiris-Figuren die Doppelkrone von Heliopolis tra­gen, wird die Hyksos-Schlacht bei Kadesch fast dichterisch legendar und unerhört dynamisch ausgesponnen, die berühmten meisterlichen Darstellungen zum gleichen Thema etwa in Abydos, Karnak oder im Ramesseum werden weit übertroffen. Zweifellos waren ganz besonders begabte Entwerfer und Steinmetzen am Werke, die es verstanden, phantasievoll mehrmals das gleiche Motiv verdichtet zu komponieren und der unterschiedlich verfügbaren Flache anzupassen

Ramses-Tempel in Abu Simbel

Ramses-Tempel in Abu Simbel

Die »Schlacht von Kadesch« hat uns eine Seltenheit beschert, Pyay, den Namen des Künstlers, der allein oder als Leiter des Bildhauerteams, dieses Meisterwerk geliefert hat, traditionell den alten Regeln unterworfen bei der Schilderung der Götter und des Königs, erzählend, wenn es um Soldaten, Waffen, Gespanne und Lagerleben geht, lebhaft und akzentuiert in betonter Genremalerei, sollen plastisch Typen anschaulich gemacht werden. Zwei Bildstreifen decken die Südseite der Halle, Szenen aus den syrischen Feldzügen, die sich bis in die Westwand fortsetzen, und der König vor Göttern unter dem Persea-Baum, dessen Fruchte seinen Namen tragen.

Da die Pfeilerhalle dem Tempelhof zu entsprechen hatte, mußte auch ihre Dekoration dies tun, und weil die üblichen Szenen vom Niederschlagen und Darbringen von Gefangenen vor den Göttern hier nicht am Pylon offeriert werden konnten, wurden sie an die inneren Portalwande zurückverlegt. Natürlich bleibt auch im vierpfeilerigen Hypostyl die religiöse Geographic weiter bestimmend, links (südlich) Barkenprozession mit der Amun-Barke, Ramses und Nofretari, die zwei Sistren hält, beide tragen Sandalen – rechts (nördlich) Barkenprozession mit der Königsbarke und dem Pharao als Re-Harachte, dem er selbst als König die Opfergaben reicht, König und Königin barfuß. Die Türrahmen und je eine Pfeilerseite sind mit Götterdarstellungen bedeckt, die in der Regel den zum Gott erhobenen König selbst meinen. Wie die zum Hypostyl, so war auch die Tür zur Vorkammer zweiflüglig, und wie dort und in der Pfeilerhalle  zieren fliegende Geier und Sterne die Decken. Interessanterweise hat man hier sogar die Götterwelt regionalgeographisch aufgeteilt: an der Nordwand Atum aus Heliopolis, Ptah aus Memphis und Thoth aus Hermopolis, an der Südwand Min aus Koptos, Horus aus Meha und Chnum aus Elephantine.

Zentral in der Tempeladise, gleichbreit wie das Mittelschiff der Pfeilerhalle, beendet nach 54,86 m Gesamtlange das Allerheiligste den Prozessionsweg im Tempel. Dort an der Rückwand sitzen, aus dem Pels herausgemeißelt (von links) Ptah – Amun – Ram­ses – Harachte gemeinsam auf einer Bank, und vor ihnen stand auf dem noch erhaltenen Sockel die heilige Barke, die man an beiden Wanden noch einmal dargestellt hat, südlich die des Amun, zu der Ramses raudiert und Salböl reicht, nördlich die von Ramses-Amun, der er sein eigenes Bild übergibt.

Kammartig angeordnete Seitenkammern entsprechen den Nebenräumen und Krypten freistehender Tempel, waren Magazine, Depot für Kultgeräte und Schatzkammern. Aus dem Felsen gehauene Bänke nahmen das Lagergut auf. Das Dekor wirkt hier, gegenüber den zentralen Tempelräumen mittelmafüg, dürftig und nachlässig in der Ausführung und zeigt ein deutliches Qualitätsgefälle von den südlichen zu den schludrigen der nördlidien Kammern; dargestellt ist meist der König beim Opfern von Weihegaben.

Memphis, die erste Hauptstadt Ägyptens

Ramses II Statue in Memphisstadt

Ramses II Statue in Memphisstadt

Nach dem Dörfchen Sakkara (Name des Nekropolen-Gottes Sokar) wird die weitflächige Nekropole der einstigen Hauptstadt Ägyptens, Memphis, benannt. Memphis lag, geopolitisch hervorragend ausgewählt, überaus günstig auf der Grenzlinie zwischen Ober- und Unterägypten und konnte sich bis zur Gründung Alexandriens behaupten. Nach Herodot hat Menes, der erste König der i. Dynastie, das Gebiet um Memphis trockenlegen lassen (?) und dort den Ptah-Tempel und die »Weißen Mauern« um ein königliches Schloß errichtet. Das geschah um 3000 v. Chr., und seit dieser Zeit residieren Ägyptens Könige an dieser »Waage der beiden Länder«. Memphis wurde zur Metropole, und aus dem Namen der Pyramidenanlage König Pepis I. aus dem Mittleren Reiche, Men-nofer = Pepi, wurde koptisch menfe und der Name Memphis, während der Stadt und des Landes Haupttempel für Gott Ptah, »Haus der Seele des Ptah« = Het Ka Ptah, zu assyrisch Hikuptah wurde, aus dem die Griechen Aigyptos machten, was als >Ägypten< dem gesamten Lande den Namen gab. In diesem Ptah-Heiligtum wurden die späteren Pharaonen mit der Doppelkrone gekront, hier fand alle 30 Jahre das Heb-sed-Fest, das Regierungsjubilaum statt, und mit wenigen Unterbrechungen (Theben, Tell el-Amarna, Tanis) lenkten fast drei Jahrtausende lang Ägyptens Pharaonen von hier aus das Geschick des Landes. Wirtschaftlich wie politisch war Memphis immer das Zentrum des Landes, und mit den »memphitischen Dramen«, juridischen Abhandlungen zu Recht und Unrecht, wirkten schon im Alten Reiche von hier aus sittlich-soziale ins Land. Verwaltungszentrum blieb die Stadt stets, religiös galt sie als so tolerant, daß neben den Göttern Ägyptens, Ptah vor allem und Apis im Serapeum, gleichermaßen der phönizische Baal wie die syrische Astarte ihre Tempel hatten, in denen, nach Herodot, Tyrer, Karer, Juden und andere Barbaren zu ihren Gottern beteten, wenn sie nicht auf irgendeinem Markte Handelsgeschäfte abwickelten.

Der gesamte Binnenschiffsverkehr lief im Hafen der Residenz zusammen, und selbst das Schatzamt des thebanischen Gottes Amun hatte in Memphis seine wichtigste Zweigstelle. Vor allem aber erlaubte die strategische Lage, von hier aus die »beiden Länder « zu kontrollieren. In Memphis wurden die pharaonischen Truppen mit Waffen und Schiffen aus memphitischen Rüstungswerkstatten bewaffnet, von hier aus bradien ihre Heere auf nach Libyen oder Vorderasien – und die Angriffsspitzen der Hyksos und der Athiopier, der Assyrer oder Perser zielten zuerst nach Memphis, wenn sie Ägypten nehmen wollten.

Wer heute Memphis besucht, glaubt das alles kaum, denn Schutt, klagliche Baureste, ein paar Figuren und Alabasterbedten zwischen hochstammigen Palmen sind alles, was von Memphis geblieben ist. Mit den Byzantinern und nach der arabischen Gründung von Fustat, aus dem später Kairo entstanden ist, wurde Memphis zum leicht auszubeutenden Steinbruch für die neue Hauptstadt. Was nicht abtransportiert -wurde – aus Nilschlammziegeln erbaute Wohnhäuser und Paläste oder Wertloses -, versank im Grundwasser des Fruchtlandes, und die verarmte Bevölkerung zog um in die neue Hauptstadt Kairo. Indirekt jedoch bestätigt die gigantische Nekropole von Memphis, Sakkara, in der neben unzähligen Bürgern und Edlen mehr als 20 Könige ihr »glückliches Begräbnis« gefunden haben, was noch am Beginn des 13. Jahrhunderts der arabische Schriftsteller Adellatif meinte, wenn er die Besdireibung des wunderbaren Memphis als unmöglich und den Verstand verwirrend bezechnet, » je mehr man sich der Betrachtung dieser Stätte widmet, desto höher fühlt man die Bewunderttng steigen, die sie einflößt«.

Der Alabaster-Sphinx in Memphisstadt

Der Alabaster-Sphinx in Memphisstadt

1912 entdeckte man einen Alabaster-Sphinx, der vermutlich vor dem Ptah-Tempel stand, 80 Tonnen schwer, 8 m lang und 4,25 m hoch, wie man glaubt, ein Bild für König Amenophis II., daneben ein steinernes Dekret von König Apries aus der 26. Dynastie, eine großzügige Schenkungs- und SteuerEefreiungsurkunde für den Ptah-Tempel. Am bedeutendsten aber ist wohl die kolossale liegende Kalksteinfigur von Ramses II., deren Gegenstücke seit 1954 auf dem Bahnhofsvorplatz in Kairo aufgestellt ist. Ursprünglich maß sie 13,5 m. Brustschmuck und Gürtel sind geziert mit Königskartuschen, der Dolch mit zwei Falkenköpfen, und im Blindstück zwischen den Beinen wurde die zierliche Königsgemahlin Bint-Anat angemeißelt. Erst aus der Spätzeit stammen die Balsamierungstische im Einbalsamierungshaus der Apis-Stiere. Der am besten erhaltene ist aus einem einzigen Alabasterblock gehauen und poliert, 5,40 x 3,07 x 1,20 m groß und 50 Tonnen schwer, mit Abfluß und Blutfangbecken. Die Zuordnung aller anderen Architekturfragmente ist nur noch übersichtlich mit Hilfe eines Lageplanes moglichi, so sehr ist alles versunken.

Etwa 7 km lang ist das memphitische Nekropolengelände, Ägyptens umfassendstes >Freilichtmuseum<, ein Schnitt durch fast alle Kultur- und Kunstepochen des Landes von den thinitischen Felsgräbern (I./2. Dyn.) über Djosers Stufenmastaba (3. Dyn.), den mit Totensprüchen geheiligten Pyramiden der 5. und 6. Dynastien zu den Mastabas der Ti und Mereruka, den Resten von Ziegelpyramiden aus dem Mittleren Reich bis hin zu den tiefen Schachtgräbern aus der Saiten- und Perser-Zeit und dem spätzeitlichen Serapeum, schließlich zum verfallenden Jeremias-Kloster. Alles zu besichtigen, würde Wochen in Anspruch nehmen, und deshalb empfehlen wir – einer erprobten Besichtigungstour folgend – etwa in der Reihenfolge zu besuchen: die Stufenmastaba des Djoser, die Mastaba der Idut, die Perser-Graber, die Unas- und die Sechemchet-Pyramide, die Mastaba des Ptahotep, das Serapeum, die Mastaba des Ti und an der Graberstraße zumindest die des Mereruka und des Kagemni. Allein dafür sollte man mehrere Tage einsetzen und wird dennoch nur einen oberflächlichen Eindruck bekommen können.

Esna: Chnum-Tempel

Esna-Tempel

Esna-Tempel

Obgleich nur 55 km von Luxor entfernt, wird Esna selten besucht oder höchstens bei einem Stop auf dem Wege nach Edfu so eben >mitgenommen<. Der Tempel hat es nicht verdient, gehören seine Relikte doch mit zu den bemerkenswertesten der spätzeitlichen Tempelbaukunst. Geweiht war er dem widderköpfigen Chnum und seinen beiden Gemahlinnen Menhit und Nebet-Un und später noch der Neith. Stehengeblieben ist von der einst klassischen Baukonzeption die Vorhalle, die heute die Tempelfassade bildet, Dendera sehr ähnlich, nicht ganz so breit (33 m). Alle 24 Säulen und die Mauerschranken an der Fassade tragen glanzvolle Reliefs, ebenso wie die Innenwände: Reliefbilder von Pharaonen und römischen Kaisern in Tracht und Pose ägyptischer Herrscher. Mit Geiern und astronomischen Bildern sind die Decken geschmückt, und die mit Reliefs und Inschriften bededtten Säulenschäfte müssen jedes Auge entzücken. Noch bis in die letzten ägyptischen Zeiten hinein verstanden die Baumeister und Kunsthandwerker ihre Kunst vortrefflich, und waren uns solche Tempel nicht ganz oder teilweise erhalten, konnten wir uns heute kaum eine Vorstellung vom Charakter dieser Bauwerke machen. Einzigartig sind die Kompositkapitelle der Säulen, die sich von den einfachen Papyrusblüten und Lotusknospen nun zum Träger von allen möglichen der Natur entlehnten Blumen, Blüten, Knospen, Weintrauben und Laub oder Dattelkolben machen und, mit Maß und Gefühl geordnet, nur noch von den Kapitellen in Philae erreicht werden.

Esna-Tempel in Oberägypten

Esna-Tempel in Oberägypten

Erst hatten Pharaonen der 18. Dynastie hier einen Tempel erbaut, die Saiten renovierten ihn, König Ptolemäus erneuerte ihn dann von Grund auf, und Roms Kaiser Claudius und Vespasian haben den Hypostylsaal vorgesetzt. Neben den vorzüglichen Wandbildern auch an seinen Außenwanden sind es für den Ägyptologen vor allem die religiösen Texte, die über das Übliche hinaus von dem Königtum als solchem, der Weltschöpfung und dem Ursprung des Lebens sprechen, dazu sehr verhaltene, fast schon poetische Hymnen, welche zu den Hochtexten der ägyptischen Literatur zu rechnen sind — die meisten aus der Zeit von Trajan und Hadrian, andere unter Kaiser Decius eingemeißelt, die übrigens letzten Hieroglyphentexte dieser Art in Ägypten.

Edfu: Horus-Tempel

Edfu-Tempel

Edfu-Tempel

Diesen Tempel muß man gesehen haben – selbst wenn man Dendera gut kennt. Von der Kuppe der Schutthügel vor dem großen Pylon aus übersieht man das langgestreckte Rechteck, nord-südlich orientiert, am günstigsten. Der Grundriß gleicht fast dem des Chons-Tempels in Karnak, bis auf die außere Umfassungsmauer, die sich wie ein Mantel um den eigentlichen Tempel legt, die Distanzbrücke zwischen Außenwelt und dem Reich des Gottes. Die massige Wucht dieser vollkommen erhaltenen Spätzeitlichen ptolemäischen Pylon-Tempelanlage beeindruckt ungemein und läßt kaum noch etwas ahnen von der früheren Bedeutung des Hauptgottes des zweiten oberägyptischen Gaues, Isi, von dessen Kultstätten fast nichts mehr erhalten ist.
Dieser Ptolemäer-Tempel war dem Horus geweiht, wurde 237 von Ptolemäus III. begonnen und, wie es damals üblich war, erst nach 180 Baujahren 57 n. Chr. fertiggestellt. Von seinen Nebengebauden sind nur die Mammisi des Ptolemäus IX. Soter II. von Bedeutung, der heilige See 1st von den Häusern des Ortes überbaut, ein Nilometer ist erhalten. 36 m hoch und 34 m breit ist der Pylon, Ägyptens zweitgrößter, an allen Seiten mit monumentalen Reliefbildern geschmückt, Ptolemäsche Könige beim Opfern, vor den Gottern und im Kampfe. Man kann den Eingangsturm besteigen. Oben gibt es lange Inschriftenbänder zur Baugeschichte, man hat Aussicht in die Umgebung und hinab auf Höfe und Tempeldächer. Den weiten Hof – einst stand in der Mitte ein Altar – umstehen etwas steif 32 Säulen mit duftigen Kompositkapitellen, sie lenken den Blick zur Vorhalle, kurz vor ihr hören sie auf, dort steht als Waditer – wie draußen vor dem Pylon – das Abbild des Tempelherren, der Horus-Falke.
Sechs durch Schranken verbundene Säulen (Euergetes II. opfert Horus und Hathor) flankieren den Eingang in die Vorhalle, die, leider sehr geschwärzt, nur mit Mühe Deckenbilder und Reliefs genau erkennen läßt (Astronomisches, Tempelweihe, Kulthandlungen). Beachtenswert ist über dem Eingang zum Säulensaal eine Darstellung des Sonnenschiffes von Horns-Re^, vor dem König Ptolemäus IV. und die göttlichen Instanzen für Hören und Sehen, Erkennen und Schließen opfern. Den Säulensaal erhellen sehr gedämpft Dachluken, alle Flächen sind über und über mit Reliefbildern dekoriert, Nebenräume schließen sich an, u. a. ein Laborraum mit Rezepturen fiir kultische Salben und Essenzen. Dann steigen, im neuen Schema, zwei Vorsale bis zum Allerheiligsten an, rechts und links Treppen zum Dach, zu Kapellen und Zimmern. Alle Wande sind hier nur noch auf die Kultstelle und kultische Handlungen bezogen, führen thematisch aber ebenso hin zu einem etwas erhöht eingebauten kleinen Kiosk mit Deckenbildern der Himmelsgöttin Nut.

Horu-Tempel in Edfu

Horu-Tempel in Edfu

Im Sanktuar folgt das Szenarium der Bilder den üblichen Vorstellungen: Einzug des Königs in das Heiligtum und seine Opfer vor den Gottheiten Horus und Hathor. Neben der Barke – der Sockel für sie blieb erhalten – errichteten die Saiten stets einen steinernen Naos, dem, als die eigentliche Wohnung des Gottes angesehen, jetzt mehr Bedeutung zukam als der Barke selbst, wie früher. Der Naos von Edfu ist sicherlich der schönste, den man gefunden hat. Ein Umgang um das Sanktuar entließ Kapellen für die Neunheit von Edfu, die mittlere hinter dem Heiligtum war die sogenannte »Schmiede«, weil ehedem Schmiede dem Horus bei der Eroberung seines Landes geholfen hatten und seine ersten Priester geworden waren. Zwei ungeschmückte Krypten liegen im Mauerwerk darunter.
Was und wie man bei Mysterienspielen agierte, zeigen zuletzt die endlosen Register mit Bildfolgen zum kultischen Drama der Horus-Legende am inneren Tempelumgang. Auch die äußeren Tempelmauern sind von unten bis oben, von der Erde zum Himmel, wie dies der Ägypter deutete, in vielen Registern mit Göttern und Königen, Pflanzen und Tierdarstellungen überzogen, Schutzbilder für den Tempel und, weil jetzt römische oder römisch beeinflußte Künstler hier gearbeitet haben, dazu ein Sammelsurium von Emblemen und Ornamenten, das die an sich tristen Mauerfluchten zum buntbewegten Abbild der Welt werden läßt

Kom Ombo: Haroeris-Sobek-Tempel

Kom Ombo-Tempel in Ägypten

Kom Ombo-Tempel in Ägypten

In Kom Ombo am Platze der alten Nubit verehrte man anfangs das so ungleiche Götterpaar Horus und Seth, dann, als der Osiris-Mörder Seth in Acht und Bann gefallen war, dafür den falkenköpfigen Haroeris und den krokodilköpfigen Sobek und erbaute für die beiden, ganz dem traditionellen Schema von Dendera oder Edfu folgend, im zweiten vorchristlichen Jahrhundert ein Doppelheiligtum. So wurde die Anlage zwar ein wenig zu breit im Aufriß und wird von manchen als zu schwerfällig angesehen, macht das aber wett durch die unvergleichliche Lage auf einer Höhe über dem sanft geschwungenen Nilufer. Die Baumeister zerlegten ganz einfach den Tempel in zwei langs der Mittelachse gelagerte parallele Schiffe – nicht in zwei Tempel. Zwar haben beide ein separates Sanktuar, das aber trotzdem eine Einheit bildet. Um beide gemeinsam zieht der Umgang, an dem die Räume für die den beiden gemeinsame Neunheit liegen, rechts für die des Sobek, links für die des Haroeris. Die Hauptbauteile sind nicht verdoppelt, sondern aufgeteilt, so daß wie am Pylon auch die anderen Wanddurchgänge verdoppelt sind und daher je ein Prozessionsweg achsenparallel durch den Vorsaal, die Säulenhalle und drei Vorzimmer zum Allerheiligsten führt. Und wie in Edfu betonen zwei umlauf ende Steinwande die Distanz von Außen zur inneren Abgeschlossenheit.
Wo immer möglich sind Reliefs angebracht, viele noch mit Farbresten und Tupfern, die leicht das ganze Bild auch in Farbe rekonstruieren lassen, eine Überfülle fast, Szenen und Inschriften, diarakteristisch für spätptolemäische und römische Tempel-anlagen, wie eben auch in Edfu oder Esna. Viele Sonnen und fliegende Geier zieren Architrave und Decken, soweit noch vorhanden. Götter und Könige wie Neos Dionysos, Euergetes II., Kleopatra, Trajan und natürlich die Tempelinhaber Sobek und Haroeris , aber auch Chons und die Götterbarken werden an Wanden und Saulentrommeln dargestellt. Vor dem Hof mit Altar und Granitwanne für rituelle Waschungen, stand jenseits einer sechzehnsäuligen Kolonnade ein Geburtshaus, von dem eine Treppe unterirdisdi zu einem Nilometer am Fluß absteigt. In einer Hathor-Kapelle von Domitian – sie liegt parallel zum Hof – fand man Krokodilmumien, die heiligen Tiere des Sobek, die man in besonderen Bedten pflegte – ganz ähnlich wie im Fayoum. Was die herrlichen Kompositkapitelle versprechen, halt die Qualität der Wandbilder längst nicht immer, man spurt den Handwerker mehr als den Künstler, das Schema steht im Vordergrund, die gute Kopie nach Vorlage, wenig wirkliches Leben, kaum noch Stil. Was versöhnt? Die einmalige Lage, ganz gleich, ob man aus den Mais-feldern zum Tempel herauf oder vom Sandhügel über den Tempel zum Nil hinab schaut.
Neuerdings wurden hier zwölf Gräber aus ptolemäischer Zeit gefunden; kunstvolle Grabbeigabe war ein 12 cm langes gläsernes Krokodil, die vielen Leinenstreifen der Mumienwickel waren mit Hieroglyphen beschriftet.

Assuan, das Elefantenland

Assuan, Stadt der Natur und Sehenswürdigkeiten Durch den nubischen Kalkstein konnte der Nil sich leicht sein Bett graben, Granit-barrieren aber zwangen ihn in sechs Katarakten, Stromschnellen, unruhig, gefächert über. Untiefen oder durch enge Rinnen über Klippen und Riffe zu stürzen. In Assuan liegt der erste Katarakt, deren Abfolge die Ägypter bezeichnenderweise nach Süden zu, gegen die Stromrichtung, zahlen, was historische Gründe hat. Abu, auch Jeb, hieß der gesamte Bezirk, Elefantenland, sicherlich nicht wegen allzu vieler Elefanten, eher wohl, weil der Platz Zentrum des Elfenbeinhandels war und weil die grauen, rundgeschliffenen Formen der Granitbuckel an die Didshäuter erinnern. Lange Zeit lag hier Ägyptens Südgrenze, und den Gaugrafen seit dem Alten Reich fiel die besondere Aufgabe zu, sie zu sdiiitzen und den Handelsverkehr mit Nubien und dem Sudan zu kontrollieren. Elephantine war ihr Sitz, ihre Militärstation, und die Tempel lagen gegenüber den Strudeln im Nil, wo zwischen den hohen Felsen die Nilgötter Mophi und Krophi das Anschwellen des Stromes verursachen sollten. Ein auf alten Fundamenten errichteter Tempel von Amenophis III. wurde erst vor 150 Jahren abgetragen, die Ausgrabungen im Tempelbezirk der 18. Dynastie, deren Heiligtümer von Kambyses zerstört wurden, fordern standig neue Funde vom Tempel des Chnum oder aus einem Jahwe-Heiligtum jüdischer Soldner der Perser-Zeit zutage. Den davor an einer Treppe zum Fluß errichteten Nilometer hat schon Strabo besucht und besdirieben, und jeder kann heute die Wasserstandsmarken, die vor 3000 Jahren eingeschlagen wurden, ablesen. Im Museum werden die Funde lebendig und füllen das Bildmosaik der Grenz-feste. Der allerschönste Platz auf Elephantine aber ist unterhalb des Tempelbezirkes ganz vorn auf der südlichsten Spitze der Insel, ein Tempelkiosk aus Steinblöcken und Schrift- und Bildrelikten, die beim Umsetzen der nubischen Tempel übriggeblieben sind: kein unbedingter Anspruch auf historische Einordnungen im Detail, unter Palmen am Wasser aber ein Platz, wo man nachdenken, vielleicht traumen und Ägyptens große Vergangenheit erspüren kann.

Philae-Tempel

Philae-Tempel

Auf der anderen Seite gilt Assuan als einer der wichtigsten Städte Ägyptens im Tourismus-Bereich, weil sie hat mehrere Sehenswürdigkeiten, die zur verschiedenen Zivilisationen gehört, unter denen sind, Assuan-Staudamm, Granit-Steinbrüche (Unvollendeten Obliske) und Philae-Tempelvon Gott Isis, der vom einsteigenden Wasser vom Nassersee in der Zeit von Staudamm-Bau gerettet wurden. Die Sammlung von Natur und historische Sehenswürdigkeiten, die in Assuan ist, man soll nicht verpassen.

Fayoum, die größste Oase Ägyptens

Die grünen Felder von Fayoum

Die grünen Felder von Fayoum

Wie eine flasche Schlüssel senkt sich rund 80 km südlich von Kairo das Fayoum etwa 45 km lang und 60 km bereit in das um 120 m hohe Plateau der libyschen Wüste. Über den Bahr Jusuf, den Josephs-Fluss, der den Nil in Mittelägypten bei Derut verläßt, am westlichen Wüstenrande entlangfließt und beim Orte Illahun die Randhügel des Fayoum-Beckens durchstößt, wird die größste Oase des Landes bewässert. Tausende von Bächen und Bewässerungskanälen verströmen ständig ihr Wasser und ermöglicht die unsagbare Fruchtbarkeit auf den fetten Schwemmlandböden, die üppig alle Nutz- und Zierpflanzen gedeihen lassen und die Provinz heute mit Hilfe rationeller Bewirtsdiaftungsmethoden zum Garten Ägyptens gemacht haben.
Im frühen Altertum hatte der Karun-See eine weit größere Ausdehnung, er bedeckte vielleicht einst das gesamte Oasenbecken, fast undurchdringliche Sumpf- und Papyrusdickichte überzogen damals die Ufer, die beliebten Jagdgebiete der Pharaonen und Wohlhabenden des Alten Reiches. Es wimmelte von vielen Arten aller moglichen Tiere, von denen die Krokodile die grofiten waren. Deshalb wurde schon frühzeitig Gott Sobek zur Hauptgottheit des Fayum und seine Hauptstadt ihm zu Ehren aus Sdiedlt von den Griechen in Krokodilopolis umgetauft. »Großer See« hieß der Karun-See treffend bei den Ägyptern, moiris altägyptisch, aus dem koptisch pa-jom (»das Meer«) und arabisdi el-Fayum wurde. Sagen und Mythen rankten sich darum, wie wohl so viel Wasser in die Wüste gekommen sei. Es sei der flüssige Himmel der Himmelskuh, in dem sich der nun alte, in ein Krokodil verwandelte Sonnengott vor Gottern und Menschen verbarg, es sei ein Teil des Urozeans, des Nun, ein Geschenk der Gotter für Ägyptens Fruchtbarkeit, oder der See sei gar im Auftrage eines sagenhaften Königs Moeris** von Menschenhand ausgehoben worden und in seiner Mitte hätten auf zwei Pyramiden Standbilder des Königs gestanden, was Herodot schlankweg fiir die antike “Welt übernahm und so wohl den Mythos vom Urozean des Gottes Sobek mit der Urbarmachung während der 12. Dynastie verschmolz. Denn zu dieser Zeit begann unter Sesostris II. die Entwasserung und Kultivierung der riesenhaften Sumpfgebiete; er und spater Amenemhet III. legten am Eingang ins Fayum-Becken Dämme, Kanäle und Schleusenanlagen an, von denen bei Illahun nodi welche erhalten sind. Sie mußten den Einlauf des Wassers regulieren und vor allem bei sinkendem Nilstand die dorthin zurückflutenden Wassermassen aufhalten. Viel später verkleinerten durch Trockenlegung die Ptolemäer den See noch einmal, und als sie dann mazedonische Veteranen ansiedelten, entstand die blühende Garten- und Bauernlandsdiaft um die jetzt griechisch Arsinoe genannte Hauptstadt mit Getreide, Wein und Oliven, Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Mais, Orangen und Bananen.
Im Fayum erriechteten mehrere Pharaonen ihre Pyramiden und das sagenhafte Labyrinth (Abb. 74), man trifft nodi immer auf Ruinen von Tempelanlagen aus altägyptischer Zeit (Abb. 77) und wird sich auf Schritt und Tritt von der üppigen Fruchtlandschaft und den freundlidien Oasenbewohnern angesprochen fühlen. Zwei Besonderheiten fallen ins Auge: die Taubenhäuser, hier ganz eigenartig übereinandergesetzte Tontonnen, die den Tieren kühle Nistplätze schaffen (Abb. 76) – und die großen Wasserräder, Sakija, die, allein von der Stromung angetrieben, über Holzschotts oder mit an die Radfelgen angebundenen Tonkrügen das Wasser aus Kanälen auf die Felder heben (Abb. 78). Zwar stimmt es, daß das Fayum mehr >Landschaft< denn Sehenswürdigkeit ist und daß von den alten Bauten das meiste versdiwunden, im Schwemmlandboden untergegangen oder zerstört ist. Trotzdem wird ein Besuch der Oase zum Erlebnis werden, weil einem im Fayum das Alltagsleben am Wasser, auf Feldern und in den Gärten, auf den Märkten und in den Werkstatten der Handwerker lebendig vor Augen geführt wird, das man an den Grabwänden als Relief oder gemalt findet und das dort zu bewundern man nach Ägypten kam.
Damit der Reisende seinen Fayum-Besuch ganz nach Interessenlage, Zeit und Laune individuell gestalten kann, nennen wir stichwortartig die sehenswerten Plätze.

Khan El Khalili Basar ‘Souk’ in Kairo

Khan El-Khaili-Basar

Khan El-Khaili-Basar

Khan el-Khalili ist ein großartiger Souk im alten Stadtteil von Kairo. Der Basar gilt als eine von den   haupten Sehenswürdigkeit für die Touristen in Kairo .

Der Souk kehrt zu 1328 zurück, wenn Emir Djaharks el-Khalili hat eine große Karavaserei in Kairo unten dem Burji Mamluk Sultan Barquq gebaut; Der eponyme Khan ist noch existent. In der Zeit von Barquq, der erste tscherkessische memluke Sultan, viele Wiederaufbau waren benötigt, für die Stadtmauern, um der Schaden des schwarzen Todes zu reparieren. Wenn Barquq hat seine Madrassa in Bayn el-Qasrayn beginnt, viele Markets ist aufgebaut und Khan el-Khalili Basar ist etabiliert. Es war auch bekannt als turkischen Basar im osmanischen Reich

Dieser Basar zieht den Besucher seiner besonderen wunderschönen Atmosphäre an, in den engen Gassen und Ecken werden die orientalischen Güter und Handbearbeiten gerühmt. Neben den geschäften gibt es in Khan el-Khalili zahlreiche Cafes, Restaurants und Straßenessen verteilend im Market

El-Hussein-Moschee erfindet sich auch auf dem Basar, Al Azhar-Universität und seine Moschee sind gegenüber dem Basar

Khan El-Khalili-Souk

Khan El-Khalili-Souk

Der Roman von Nagiub Mahfouz, der Nobel Priceträger, Midaq Allay (1947) ist  in Khan el-Khalili gespielt

Um mehr über Khan el-Khalili Basar zu wissen, besuchen Sie diese Platz, um diese arabische Atmosphäre zu erleben